Preise von Supplements » Warum so unterschiedlich?

Preise von Supplements » Warum so unterschiedlich?

"Faktoren, wie das Marketing und die Logistik, können den Preis eines Produktes extrem nach oben oder unten beeinflussen!"

Neben der reinen Qualität, also den Inhaltsstoffen eines Supplements und deren Güte, spielt auch der Preis für viele Käufer eine wichtige Rolle und hat Auswirkungen darauf, welches Supplement sie bei welcher Firma kaufen.

Um Dir eine bessere Vorstellung zu geben, wie ein solcher Preis zustande kommt, und an welchen Stellen sich verschiedene Konzepte von Firmen unterscheiden, möchten wir das ganze heute mal ein wenig aufschlüsseln. Dadurch wird an manch einer Stelle vielleicht auch klarer, warum der eine Hersteller den Preis auf einem deutlich niedrigeren Niveau halten kann, als ein anderer.

Die Produktkosten

Dieser Faktor stellt die reinen Kosten der Herstellung eines Supplements dar. Damit werden sowohl die Kosten für den Einkauf des Rohstoffes (z.b. Molkenpulver), die Mitarbeiter, die Maschinen, aber auch die Herstellung der Verpackung bezahlt. Schon hier kann es sein, dass ein halbes Dutzend unterschiedlicher Parteien bezahlt werden muss. Hierzu zählen auch der Rohstofflieferant, der Lohnhersteller, Hersteller von Verpackung und vielleicht sogar ein externer Grafiker oder Designer. Dadurch, dass hier viele Unternehmen beteiligt sein können, ergeben sich viele Möglichkeiten den Endpreis nach oben oder unten zu beeinflussen.

Wo wird produziert?

Die Frage des Landes der Abfüllung des Produktes macht einen großen Unterschied, denn das Lohnniveau in den Ländern der EU unterscheidet sich deutlich voneinander. Wer in Deutschland produziert, muss mit höheren Kosten für die Produktion rechnen, als jemand, der vielleicht im Osten von Europa einen Lohnhersteller anspricht oder sogar selbst eine Fabrik baut.

Bei einem Produkt stellt sich zuerst einmal die grundsätzliche Frage: „Nutzt Du ein schon vorhandenes Produkt, modifizierst ein solches oder baust Du Dir ein eigenes?“

Was die meisten Käufer nämlich nicht wissen:

Viele Produkte und ihre Rezeptur, eigentlich die meisten, sind Vorschläge des Lohnherstellers. Man geht also zu einem Lohnhersteller und sagt: Ich möchte Produkt XY. Der Lohnhersteller wird einem in den meisten Fällen eine Grundvariante des Produktes zur Verfügung stellen können. Dieses Produkt kann in die eigene Verpackung gefüllt und unter Deinem Label verkauft werden. Schon hier spielt das Auftragsvolumen eine wichtige Rolle. Unter einer bestimmten Menge wird man Dir kaum ein eigenes Produkt bauen bzw. der Preis wird exorbitant steigen - das Produkt wird unwirtschaftlich. Je nachdem, um was für eine Ergänzung es sich handelt, kann die Frage Pulver, Tablette oder Kapsel den Preis ebenfalls entscheidend verändern. Bei einigen Kapselprodukten stellt das Abfüllen in den Kapseln einen größeren Teil des Preises als der Rohstoff, der sich später in der Kapseln befindet.

Anders sieht es aus, wenn Du eine eigene Rezeptur oder vielleicht sogar ein komplett eigenes Produkt haben möchtest. Hier ist der Vorlaufsprozess deutlich langwieriger und dadurch natürlich kostenintensiver. Wenn es um Geschmäcker geht, müssen diese getestet werden. Dazu kommt das Überprüfen von Eigenschaften wie Löslichkeit oder Haltbarkeit.

Der Rohstoff

Als nächstes kommt der Einkauf des Rohstoffes. Die Menge, die Du abnimmst, und woher der Rohstoff kommt, können an der Preisschraube drehen. Wer garantiert größere Mengen abnimmt, kann je nach Rohstoff einen Rabatt herausschlagen oder sich sogar einen Rohstoff (z.B. ein Pflanzenextrakt) für sich alleine sichern. Dies bedeutet dann einen Marktvorteil, der allerdings auch hohe Kosten verursachen kann.

Die Kontrolle ist schon an dieser Stelle ein weiterer Preistreiber. Verlässt Du Dich auf die internen Kontrollen und Zertifikate des Rohstofflieferanten, oder lässt Du Deinen Lohnhersteller separat prüfen? Prüfst Du trotzdem noch einmal nach - wenn ja wie oft? Bei jeder Lieferung oder nur einmal im Jahr?

Die Verpackung

Hier gilt es die Art der Verpackung auf das Produkt abzustimmen. Die Frage nach Beutel oder Dose, die Verschlussart und auch das Design haben hier einen Einfluss auf den Preis. Ein Beutel, auf dem die Deklaration mittels Aufkleber aufgebracht ist, stellt eine der günstigsten Varianten dar. So dient ein „Blanko“ Grundbeutel z.B. für verschiedene Geschmäcker bei einem Whey Protein.

Vielleicht ist Dir aufgefallen, dass manche Hersteller Dosen von Kapseln oder bestimmten Pulvern nur zu einem Drittel oder zur Hälfte füllen. Das liegt unter anderem daran, dass sie zum Beispiel für die 180er und 360er Variante ihres Kapselproduktes die gleiche Dose verwenden. Das spart Produktionskosten, vergrößert aber unter umständen die Logistikkosten zu denen wir nun kommen.

Logistik und Lager

Dieser Faktor wird beim Nachdenken über den Preis häufig vergessen, denn er ist für die meisten nicht mehr ersichtlich. Entweder, weil man ab einem bestimmten Preis für den Onlineversand nicht mehr bezahlen muss, oder weil man das Produkt selbst in einem stationären Handel kauft und einen „kleinen“ Teil der Logistik selbst übernimmt.

Zur Logistik und der Lagerung gehören alle Wege, die das Produkt zurücklegen muss und umfassen alle Orte, an denen das Produkt zwischengelagert wird, bevor Du es in den Händen hältst.

Hier gilt es alleine schon die Unterschiede bei der Häufigkeit des Transportes zu beachten. Eine große Firma mit eigener Produktion, an der das Lager häufig angeschlossen ist, hat deutlich geringere Kosten in diesem Bereich als eine kleine Firma. Im besten Fall vertreibt die große Firma direkt an den Endkunden.

Der Weg würde hier also folgendermaßen aussehen:

Produktion/Lager - Endkunde

Anders sieht die Kette hier aus:

Produktion - Lager - Zwischenhändler - Endkunde

Je mehr Vertriebsweg zwischen dem fertigen Produkt und Dir als Endkunde liegt, desto größer sind die Kosten, die hier entstehen. Denn bei jeder Zwischenstation sind Erfassung und interne Lagerlogistik nötig. Je nach Größe/Lagerfläche und auch Haltbarkeit des Produktes sind die Kosten hier sehr unterschiedlich. Eine große Produktverpackung mit kurzer Haltbarkeit verursacht mehr Kosten als eine kleine Umverpackung mit langer Haltbarkeit. Lagerplatz und Zeitraum für den Verkauf sind ein kostbares Gut. Bei diesem Teil der Preiskette spielt das Versandvolumen eine größere Rolle, gerade der Transport zum Endkunden und dessen Konditionen sind umso besser, je größer das Versandvolumen ist. Auch die Qualität und das Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt spielen hier eine Rolle. Schnelle Abwicklung, effektives Lagermanagement und möglichst kleine, womöglich recycelte Versandverpackungen haben ebenfalls Einfluss auf den Kostenfaktor Logistik und Lager.

Kontrolle - Siegel

Auch wenn der Faktor Kontrolle schon bei der Produktion aufgetaucht ist, werden wir ihn hier noch einmal erwähnen. Kontrollen, die nach der Produktion stattfinden und auch dem Marketing dienen, sollen hier aufgeführt werden. Dazu gehören z.B. mikrobiologische Untersuchungen, die weder nötig noch vorgeschrieben sind, aber von uns bei den hauseigenen TNT Produkten durchgeführt werden. Auch Siegel, wie die Kölner Liste oder ein Halalsiegel, sind Faktoren, die den Preis eines Produktes erhöhen, aber auch die Vermarktbarkeit verbessern.

Marketing

Hier gibt es sehr viele Ebenen die Kosten verursachen und von Dir als Endkunde getragen werden müssen.

  • Marketing des Unternehmens generell, um das eigene Image zu stärken und Wachstum voranzutreiben. Hierzu gehören Anzeigen in Print und Social Media, Auftritte auf Messen und vielleicht sogar TV Werbung oder Sponsoring
  • Marketing um speziell ein Produkt zu bewerben. Dazu gehört Infomaterial für den Außendienst, um das Produkt an Zwischenhändler zu vertreiben, genauso wie vielleicht ein Athlet, der seinen Namen zur Verfügung stellt, um für dieses Produkt zu werben.
  • Marketing des Einzelhandels um sich selbst als Vertriebsweg in Deiner Umgebung zu stärken und das Geschäft generell zu beleben. Dazu gehören Zeitungsanzeigen, Plakat und Flyerwerbung aber auch Promotion-Auftritte von Bodybuildern.
  • Marketing des Einzelhandels und Unternehmens zusammen, um das Produkt zu bewerben. Dazu gehören Werbematerial, wie Aufsteller und Poster, aber auch Produktproben oder das Sponsoring einer Veranstaltung vor Ort oder eine Einführung zum Sonderpreis.

Wie du siehst, ist die Kette gerade in diesem Schritt sehr stark davon abhängig, welches Vetriebsmodell gewählt wird. Je mehr Stationen, desto mehr Kosten können hier auflaufen, die von irgendwem - meist dem Endkunden - getragen werden müssen.

Die Marge

Der letzte Punkt ist die Marge, also die Netto Gewinnspanne, die ein Unternehmen bei einem Produkt erreicht.

Betriebswirtschaftlich sieht das ganze so aus:

Brutto-Verkaufserlös
- Rabatte/Boni/Skonti
- Umsatzsteuer
= Netto-Verkaufserlös
- Einstandspreis
= Brutto-Gewinnspanne
- Selbstkosten
= Netto-Gewinnspanne

Diese Netto-Gewinnspanne wird sowohl vom Unternehmen selbst als auch vom Markt bestimmt. Selbstverständlich kann jeder seine Marge selbst festlegen, aber wenn die Marge den Preis des Produktes marktunüblich (also sehr teuer) macht, kann das ein Problem werden. Je nach Produkt und Positionierung des Unternehmens (z.B. eine Discountmarke), greift man hier meist auf die persönliche Erfahrung und/oder Marktforschung zurück, um einen Preis festzulegen. Die Größe des Unternehmens und das erwartete Absatzvolumen, also die Menge die verkauft wird, spielen auch hier eine große Rolle. Wer viele Produkte verkauft und eine große Absatzmenge hat, kann mit einer geringeren Marge leben und bei manchen Produkten sogar einen Verlust verkraften. Ein großer Konzern mit vielen Marken und Produkten hat die Möglichkeit, Produkte extrem günstig zu verkaufen, um andere Mitbewerber aus dem Markt zu drängen, die eine solche Kalkulation nicht stemmen können.

Fazit zu: Preise von Supplements

Natürlich umfasst dieser Artikel nur eine oberflächliche Betrachtung der einzelnen Faktoren. Trotzdem denken wir, dass er Dir hilft besser zu verstehen, warum manche Unternehmen ein sehr ähnliches Produkt zu einem geringeren Preis auf den Markt werfen können. Eventuell kann der Artikel sogar dabei helfen, die eine oder andere Kaufentscheidung bewusster zu treffen, wenn es Dir möglich ist.


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